Kulturland eG
Nicht gleich die Welt retten, aber ein Stück Boden
Was für ein gutes Gefühl: gemeinsam ein Stück Land zu sichern. Zu wissen, dass es in guten Händen ist und im Sinne von Artenvielfalt und Klimaschutz bewirtschaftet wird. Das alles lokal und zu fairen Bedingungen für Mensch und Tier. Jeder und jede kann über Mitgliedschaft und die Zeichnung von Kulturland-Genossenschaftsanteilen Miteigentümerin werden und so zu der dringend benötigten Agrarwende beitragen.
Land kaufen – so funktioniert’s
Mithilfe der Genossenschaftsanteile der Mitglieder finanziert die Kulturland eG den Kauf von landwirtschaftlichen Flächen. In der Regel treten Betriebe an Kulturland heran, wenn in ihrer Nähe Land zum Verkauf steht, oder wenn Land verkauft werden soll, das sie gepachtet haben. Entsprechen die Betriebe den Kriterien, kann die Zusammenarbeit losgehen. Meistens kauft die Genossenschaft jedoch die Flächen nicht selbst. Es wird eine regionale Kommanditgesellschaft (KG) als Eigentumsträgerin gründet, an der die jeweiligen Bewirtschafter als Komplementäre beteiligt sind. Die Genossenschaft als Kommanditistin fungiert als Geldgeber und Wächterorganisation, um zu gewährleisten, dass der Hof ökologisch und regional eingebunden wirtschaftet.
Außerfamiliäre Hofübergabe
Zunehmend erreichen Kulturland eG Anfragen von Bäuerinnen und Bauern, deren Kinder den Hof nicht übernehmen wollen, denen aber die Fortführung ihres Hofes ein großes Anliegen ist. Sie würden gerne eine Übernahme durch außerfamiliäre Nachfolger möglich machen. Ihren Hof zu verschenken, ist für die Besitzer angesichts der geringen landwirtschaftlichen Rente keine Option.
…und Hofübernahme
Doch junge Quereinsteigerinnen haben in der Regel nicht das Kapital, den landwirtschaftlichen Betrieb mit Gebäuden, Eigentumsflächen und Inventar dem Vorbesitzer abzukaufen. Die Kulturland eG kann an dieser Stelle Unterstützung leisten und die Rolle des langfristigen, treuhänderischen Eigentumsträgers für den Hof übernehmen.
Seit 2019 übernimmt die Genossenschaft ganze Höfe, um sie jungen, engagierten Bäuerinnen zur Verfügung stellen, und garantiert dabei den ausscheidenden Bäuerinnen und Bauern eine angemessene Altersversorgung.
Zur Historie
Der Impuls, gemeinsam Boden zu kaufen und Bio-Höfen zugänglich zu machen, entstand 2012 am Heggelbachhof in der Bodenseeregion. Fünfzehn Hektar betriebsnahes, langjährig bewirtschaftetes Pachtland sollten kurzfristig verkauft werden. Weil die Preise für Agrarland in den Jahren zuvor extrem gestiegen waren, hätte sich der Betrieb dazu für Generationen verschulden müssen. So entstand die Idee, einen überregionalen gemeinwohlorientierten Bodenträger zu entwickeln und Bürgerinnen und Bürger zu Miteigentümern an Agrarland zu machen. Im November 2013 gründeten wir dann die Kulturland eG und konnten sie im August 2014 im Genossenschaftsregister eintragen lassen. Die stolze Bilanz: Bis Oktober 2023 haben wir für 33 Betriebe in ganz Deutschland fast 600 ha Land freigekauft. Das wurde mit den Einlagen von 1.700 Mitgliedern möglich. Die aktuellen Zahlen findet ihr immer auf der Webseite. Zur Organisation zählen heute neun Mitarbeiterinnen (fünf Vollzeit-Stellen), begleitet von sechs kompetenten ehrenamtlichen Aufsichtsräten. Die langjährigen Vorstände Dr. Titus Bahner und Stephan Illi leiten die Genossenschaft.
Kurz & knapp
Projektübersicht
Projekt: Kulturland eG
Laufzeit: seit 2014
Wirkungskreis: deutschlandweit
Zielgruppe: Öko-Landwirt:innen
Maßnahmen: langfristige Sicherung landwirtschaftlicher Nutzflächen, Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt
Dr. Niels Kohlschütter
Vorstand
Tel: +49 89 17 95 95 13
nkohlschuetter@schweisfurth-stiftung.de